Journalistische CocaCola-Effekte
Aber sie habe nichts dagegen, «wenn Sie uns in einem anderen Boot begleiten, denn Sie können genau beobachten und dort Distanz halten, wo Politiker in gefährliche Strudel hineinmanövrieren».
Die Erwartungen, die sie als Bundesrätin in Politik und Verwaltung setze, habe sie auch an die Medienschaffenden: «Von ihnen erwarte ich mehr als nur Cola-Effekte.» Gemeint sind die Auswirkungen von vor dem Öffnen zu kräftig geschüttelten Flaschen: klebrige Finger und die Hälfte verschüttet.
Dass die Medien gerne Selbstdarsteller ins Scheinwerferlicht rückten und Indiskretionen genüsslich ausbreiteten, sei ihnen dabei nicht übel zu nehmen. Als «scheinheilig» bezeichnete Leuthard aber jene Medien, die aktiv Plattformen oder sogar Entschädigungen an «Indiskretionisten» anböten.
Hingegen begrüsste die Bundesrätin, wenn sich Medienschaffende die Mühe machten, ein Thema länger als nur 20 Minuten zu verfolgen. Legislative, Exekutive wie auch Stimmbürgerinnen und Stimmbürger seien auf eine sachliche und kritische Berichterstattung angewiesen, denn: «Nur Qualität führt dazu, dass das Verfalldatum journalistischer Beiträge das Data auf dem Joghurt überdauert und die Medienlektüre nicht zum intellektuellen Junkfood wird.»
Homepage: http://www.doris-leuthard.ch/

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